Mitte Juni führte der diesjährige Ausflug des Katholischen Frauenbundes Dettingen (KDFB) 47 Frauen nach Speyer. Lange Gesichter gab es, als es anfing zu regnen. Der Regen blieb uns auch während des Tages erhalten, die Schirme waren nicht umsonst mitgenommen worden. Die Teilnehmerinnen konnten jedoch auch diesem Wetterwechsel etwas Positives abgewinnen und meinten: besser ab und zu ein Aprilschauer und nur 14°C als drückende Sommerhitze.
Nach dem Gruppenfoto vor dem Dom begann die Stadtführung in zwei Gruppen, geführt von „Therese“, der Frau des bayerischen Königs Ludwig I., bzw. von „Napoleon“, beide in Kostümen ihrer Zeit.
Wir erfuhren, dass Kaiser Konrad II. im 11. Jahrhundert in Speyer die größte Kirche des Abendlandes errichten wollte. Einen kurzen Regenschauer nutzten wir für eine Stippvisite im Dom – ohne Stadtführer, denn sie dürfen ihre Erklärungen nur außerhalb der Kirche abgeben. Der Brunnen vor dem Hauptportal fasst unglaubliche 1580 Liter und wurde zur Begrüßung neuer Bischöfe mit Wein gefüllt. Speyer war im Mittelalter ein bedeutender Ort: König Heinrich IV. brach von hier zum Bußgang nach Canossa auf, auch Reichstage wurden hier abgehalten.

Stadtführer „Napoleon“ gab einen Abriss der wechselvollen Geschichte im Hinblick auf die oft rigide ausgeübte französische Besatzung: Die Stadt wurde zweimal von französischen Truppen besetzt und blieb bis 1814 unter französischer Verwaltung; Französisch war lange Pflichtfach an den Schulen. Wir schlenderten durch die Altstadt mit den kleinen Fachwerkhäusern und dem Kloster, in dem die heilig gesprochene Edith Stein als Lehrerin tätig gewesen war. Das Kopfsteinpflaster stellte für unsere Rollatorfahrerinnen eine wirkliche Herausforderung dar.
„Thereses“ Schwerpunkt lag auf der gemeinsamen Geschichte mit Bayern: Als Ergebnis des Wiener Kongresses fiel das Gebiet der späteren Pfalz als Ausgleich für

das an Österreich abgetretene Salzburg an das Königreich Bayern. 1816 wurde Speyer zur Kreishauptstadt des „Rheinkreises“ und dadurch zu einer wichtigen und modernen Verwaltungsstadt. Aus dieser Zeit resultiert auch die Schreibweise „Speyer“ mit „y“.
Zum Mittagessen trafen sich alle in der „Hausbrauerei Domhof“. Das Essen wurde sehr gelobt, der Service war ausgesprochen freundlich. Für die anschließende Erkundung der Stadt auf eigene Faust wurden Stadtpläne mit Kurzbeschreibungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten verteilt. Der größte Teil der Gruppe traf sich danach im Café und genoss Kaffee, Eis und leckeren Kuchen.
Voller interessanter Eindrücke traten wir die Rückfahrt an. Ute Merget bedankte sich bei Charlotte Trageser und Ulrike Ehinger für die Organisation und bei Busfahrer Michael für die sichere Fahrt. Einhellige Meinung: Es war ein gelungener Ausflug und alle haben den schönen Tag in der lebens- und liebenswerten Stadt Speyer sehr genossen.
Angelika Rauch
